Barberini: Mineralglas trifft Sonnenbrille

// 14. Juni 2017 More

Die italienische Firma Barberini – Weltmarktführer in der Herstellung optischer Sonnenbrillengläser – stellte auf der Opti 2017 eine eigene Sonnenbrillen-Kollektion vor. Man sei bereit für neue Herausforderungen, kommentierte CEO Gianni Vetrini diesen Schritt in einen von Mode- und Designermarken umkämpften Markt. Dabei vertraut man auf die langjährige Kompetenz und hohe Qualität der Glastechnologie.

Mit der neuen Formel „Mineralglas plus Sonnenbrillenfassung“ wagt der Glashersteller einen Ausbruch aus Gewohntem. Man bediene eine Marktlücke, denn man habe zu den Gläsern die passenden Fassungen designt, „funktionelle Brillen für ein breiteres Publikum“, erklärt Gianni Vetrini die Entscheidung für die Kollektion. „Es ist auch eine Botschaft an den Markt, die den Wert des Mineralglases unterstreichen soll.“ In über fünfzig Jahren gewann der Hersteller das Vertrauen des Marktes. Die im italienischen Silvi (Provinz Teramo) produzierten Mineralgläser bieten die beste optische Präzision, Klarheit, Beständigkeit und Leichtigkeit, darüber hinaus eine breite Palette von Farben und Farbeffekten sowie mittels besonderer Oberflächenvergütungen Schutz vor Stößen, Kratzern, Reflexion und schädlicher UV- und Infrarot-Strahlung. Die Gläser garantierten Well-seeing für die Gesundheit der Augen. Mit dem eigenen Forschungs- und Entwicklungslabor könne man zudem schnell auf wechselnde Trends beim Modeaccessoire Sonnenbrille reagieren und diese mit neuen Produkten interpretieren. So erkläre sich auch das gute Standing bei großen Anbietern. „Zu unseren Kunden gehören Luxottica mit seinem dichten Markenportfolio und insbesondere dem Brand Ray Ban, aber auch Marcolin, Safilo und mit Maui Jim und Costa del Mar, zwei wichtige amerikanische Hersteller.“

Doch wie erklärt sich die Exzellenz des Glasherstellers? Diese und andere Fragen stelle ich Gianni Vetrini nach der Führung durch die Produktion. Er leitet seit beinahe dreißig Jahren das Unternehmen und führt dessen Erfolg auf die direkte Kontrolle über die gesamte Produktionskette zurück, „beginnend bei den Rohstoffen bis hin zu den Maschinen, die die Gläser herstellen“. In Zahlen ausgedrückt: Am Produktionsstandort in Silvi werden im Jahr rund zehn Millionen Paar Gläser hergestellt. Da die Nachfrage enorm stieg, wurde jüngst ein neues Headquarter im 10 Kilometer entfernten Sant`Angelo bezogen. Seit sieben Jahren wird zudem eine Glasproduktion im niedersächsischen Grünenplan genutzt, die zum renommierten deutschen Glashersteller Schott gehörte. Dort werden die Rohlinge produziert, verschiedene Glastypen und optische Materialien. Aus einer von Barberini kontrollierten Tochtergesellschaft in Korea kommen die polarisierten Filme.

„Optisches Glas ermöglicht die bestmögliche Sicht
dank geometrischer Perfektion und kristalliner Reinheit.
Eigenschaften, die über die Zeit unverändert gewährleistet sind.

Die Qualität und damit der Mehrwert der Verarbeitung lägen auf dem Technik-Knowhow aus Italien. In der Branche gebe es aber kaum noch Hersteller innovativer Produktionsanlagen, darum müssten die meisten Maschinen in Eigenregie hergestellt und eingerichtet werden, erklärt Vetrini. „Bei Software und Hardware wissen wir ganz genau, welche Anforderungen die Maschinen erfüllen müssen. Da gibt es große Unterschiede in der Produktion von Mineral- und Kunststoffgläsern. Kunststoff ist viel weicher, Mineralglas ist nur mit dem Diamantschleifer zu bearbeiten.“ Mit einer Reihe von Patenten und Zertifizierungen wurde die qualitative Messlatte stets hochgehalten. Nicht zuletzt dank Vetrinis Technikkompetenz, er studierte an der Universität von Bologna Maschinenbau. Firmengründer Pietro Barberini holte ihn 1992 als General Manager, er trieb Geschäft und Wachstum voran. Dabei kann er auf die Ressourcen in der Familie bauen: Vetrinis Töchter Francesca und Claudia stehen ihm im Unternehmen zur Seite, flankiert vom Projektteam „Eyewear“, das von Stefano Fabris koordiniert wird. Heute beschäftigt der Glashersteller bis zu 450 Mitarbeiter in Italien, 120 in Deutschland. Der Gesamtumsatz beläuft sich an die 100 Millionen Euro.

In Deutschland haben Christian Grund und Robert Böhm die Distribution übernommen, zwei Veteranen im Eyewear Business. Mit ihrem Unternehmen Eye Gents haben sie sich zum Ziel gesetzt, frische Marken mit einem unverwechselbaren USP im Premium- bzw. Luxussegment zu etablieren. Christian Grund: „Barberini Eyewear ist ein innovatives Projekt mit einer großen Geschichte.“ Die möchte man den deutschen Optikern näherbringen. „Die Brillenkollektion kombiniert urbanes Design mit dem innovativsten und leistungsfähigsten Mineralglas auf dem Markt – beste Qualität, die 100 Prozent Schutz und visuelle Präzision zusammenbringt.“ Das für die Kollektion verwendete „Platinum Glass“ ist ein hochwertiges optisches Glas: Eine Mischung von Oxiden wird in speziellen Öfen für Präzisionsoptik geschmolzen und verfeinert. Während der Fusion werden besondere Mineralien zugesetzt, „Seltene Erden“, die ein besseres Kontrastsehen ermöglichen. Sonnenbrillen mit diesen kombinierten Glasqualitäten, zum Beispiel mit photochromatischen Gläsern mit UV-Schutz 400 oder mit „Seltenen Erden“, photochromatisch und polarisierend habe es so nicht gegeben, erklärt Vetrini. Nicht zuletzt unterstreicht die neue Marke die Philosophie des einstigen Firmengründers Pietro Barberini: „Jede Sonnenbrille, die mit Mineralgläsern verkauft wird, sollte Gläser der Marke Barberini tragen.“

Von Angela Mrositzki

Foto: Barberini Eyewear

Category: Branche + Ideen, OV

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